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Ergänzungen - Erweiterungen - Korrekturen
Nach der Veröffentlichung einzelner Broschüren oder Bücher kommt es gelegentlich vor, dass wichtige Ergänzungen, sinnvolle Erweiterungen oder notwendige inhaltliche Korrekturen durchgeführt werden. Hier finden Sie zu einzelnen Broschüren oder Büchern die Informationen.

Auf der Innenseite das Foto "Mädchen mit Puppenwagen" erinnert mich an die Tochter Ilse (Else?) vom Eigentümer und Lebensmittelhändler Wendtland, Abb. S. 23. Als ältliches Fräulein war sie mit uns bekannt und gut gesinnt. Daher schenkte sie diesen wertvollen Gegenstand meiner kleinen Schwester. Wir sehen auf einem Foto die Puppe bei uns im engen Familienkreis. Meine Schwester hatte sie durchaus geschont, bis sie dann von unsern Kindern kaputtgespielt worden ist. Diese Frau hatte das Grundstück noch im Alter wieder bebaut und auch geheiratet.

Seite 8: Die Situation mit der Stadtgrenze auf der Fahrbahn des Nennhauser Damm, die letztendlich die Einstellung der Spandauer Obuslinie zur Folge hatte, bestand so erst seit 1951. Zwar wurde der westliche Teil Staakens bereits 1945 im Rahmen eines Gebietsaustauschs gegen Teile des Flugplatz Gatow und den Zufahrtstraßen dorthin dem sowjetischen Sektor zugeschlagen, aber erst 1951 wurde der Bereich von der DDR-Volkspolizei besetzt. Daraufhin wurde am 15.12.1952 die Linie auf Dieselbetrieb mit veränderter Wegführung umgestellt. Die Masten und einzelne Haltestellenpfähle des Obus standen noch bis zum Anfang der 1990er Jahre. Mit der Wiedervereinigung 1990 kam Weststaaken auch wieder zum Bezirk Spandau, die 1945 erhaltenen Gebietsstücke blieben aber auch weiterhin bei Berlin.

Seite 19: Die Straßenbahnlinie 51 fuhr nie nach Marienfelde. Zur Daimlerstraße fuhr ab Betriebseröffnung (19. 11. 1925) zunä¤chst die Linie 199, ab 1938 ergänzt durch die Linie 15. Der südliche Ast der 199 wurde nach dem Krieg zunächst als Linie 99E bezeichnet und am 2. 1. 1951 in 98 (Bahnhof Tempelhof – Daimlerstraße) umbenannt. Nach Stilllegung der Straßenbahn im Tempelhofer und Mariendorfer Damm im September 1961 bediente den Marienfelder Ast die Buslinie A77 als Ergänzung zur 15.

Seite 23: Im Kapitel "Linienverkehr bis zum Jahr 1944" halte ich es erwähnenswert auf die Obuslinie 97 (Bahnhof Steglitz – Mariendorf, Kaiserstraße) hinzuweisen, die ja die Drähte des A32 in der Steglitzer Albrechtstraße mitbenutzte. Die beiden Linien bildeten einen gemeinsamen Betriebsteil. Der 97er wurde am 23. 4. 1942 eingerichtet, am 2. 1. 1951 in A33 umbenannt und war bis September 1961 in Betrieb.

Seite 42: Die Angabe zur Situation beim Mauerbau stimmt so nicht. Verwaltungsmäßig war die BVG bereits 1949 in einen West- und einen Ostbetrieb getrennt. Der Sektorenübergreifende Straßenbahnverkehr endete bereits im Januar 1953. Grenzüberschreitende Buslinien gab es seit 1950 schon nicht mehr. Lediglich der Betrieb der Kleinprofil-U-Bahnstrecken lief bis zum 12. August 1961 noch grenzüberschreitend. Fahrzeuge die in sich der Nacht zufällig auf den Abstellgleisen zwischen Potsdamer Platz und Pankow, sowie in Warschauer Brücke (heute Warschauer Straße) befanden fielen an die BVG-Ost. Die Linie „E“ (Alexanderplatz – Friedrichsfelde) wurde ohnehin bereits autark von der BVG-Ost betrieben.

Insofern betraf der Mauerbau nur die U-Bahn, in dem die Streckenabschnitte Gleisdreieck (unten) – Thälmannplatz (heute Mohrenstraße), Schlesisches Tor – Warschauer Brücke nicht mehr befahren werden konnten und auf den Linien C (heute U6) und D (heute U8) die Bahnhöfe in Berlin (Ost) ohne Halt durchfahren wurden, mit Ausnahme des Bahnhof Friedrichstraße.

Seite 44: Zu den nach dem Mauerbau eingesetzten "Solidaritätsbussen" könnte noch erwähnt werden, dass damit nicht nur die S-Bahnkonkurrenzlinien bedient wurden, sondern vor allem die hochbelasteten Straßenbahnlinien 98 (Tempelhof – Marienfelde) und 99 (Kreuzberg – Lichtenrade) sowie der Obus A33 (Mariendorf – Steglitz) mehr schlecht als recht ersetzt wurden. Aber das spielt schon stark in die Verkehrspolitik hinein.

Seite 44: Die Linie A33 hat nichts mit der Spandau/ Staakener Linie A31 zu tun (siehe oben).

Seite 48: Die planmäßige Umstellung von Straßenbahnlinien begann bereits 1954, in dem die Kurfürstendammlinien 76 und 79 durch die Omnibuslinien A19 und A29 ersetzt wurden.

Seite 49: Zu den Museumsbussen wäre noch zu ergänzen, dass die beiden Wagen 1224 (Daimler-Benz/ Siemens/ Schumann, Baujahr 1945/ 47) und 488 (Gaubschat/ AEG, Baujahr 1957) betriebsfähig erhalten sind. Die Wagen standen von 1968 bis 1993 in der Museumshalle der BVG auf dem Omnibusbetriebshof Britz und gingen dann an das Deutsche Technikmuseum. Der Denkmalpflegeverein Nahverkehr Berlin (DVN) nahm Ende der 1990er die Wagen in die Obhut und brachte sie in die Sammlung anderer historischer Obusse in Eberswalde (nordöstlich von Berlin) ein. Die Wagen sind zwischenzeitlich aufgearbeitet worden und können im Gelegenheitsverkehr auch mit Fahrgästen eingesetzt werden. Der Streckenast zum Ostend erinnert von der Bebauung sogar ein wenig an die Marienfelder Allee und Malteserstraße der 60er Jahre.
http://www.dvn-berlin.de/2agr/obus/agrobus_index.htm

Seite 50: Der O-Busbetrieb in Ost-Berlin bestand vom 1. August 1951 bis zum 1. Februar 1973 und erstreckte sich mit drei Linien im Bereich vom Robert-Koch-Platz (Charité) Über Ostbahnhof, Lichtenberg, Marzahn bis Bürknersfelde.



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