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Jahr |
1929 | Archiv |
AHM | ||
Abbildung |
1929-04-12-mfde-stadtgut-berl-boersen-zeit-verkauf-01.jpg | ||||
Bezeichnung |
1929-01-12 - Ankauf des Rittergutes durch den Berliner Magistrat | ||||
Volltext |
"Die Geschichte des Rittergutes Marienfelde" Hier ist der entzifferte Text des Zeitungsartikels in moderner Schrift: --- # Aus Groß-Berlin ## Die Geschichte des Rittergutes Marienfelde **Nach fast 100 Jahren wieder im Besitze der Stadt Berlin.** Wie bereits mitgeteilt, hat der Magistrat beschlossen, das Rittergut Marienfelde von der Familie Kiepert zum Preise von 6,5 Millionen Mark anzukaufen, wodurch dieser alte landwirtschaftliche Besitz wieder in die Hand der Stadt Berlin zurückgeführt wird. Die Geschichte des Kreises Teltow zeigt, daß die Städte Berlin und Cölln in früheren Jahrhunderten die Güter Mariendorf, Marienfelde, Tempelhof und Rixdorf besaßen. Was Marienfelde anlangt, so blieb Berlin bis 1831 im Besitz der gutsherrlichen Rechte. Dann gingen diese, wie Prof. Dr. Spatz in seiner Geschichte des Teltow berichtet, durch Kauf an einen Herrn v. Scheel über, von diesem kamen sie an einen Herrn v. Beyer und seit 1844 stand das Rittergut ununterbrochen im Besitz der Familie Kiepert. Der erste Besitzer, Adolf Kiepert, war ein Bruder des bekannten Kartographen. Das Rittergut Marienfelde, das erst verhältnismäßig spät durch Zusammenkauf mehrerer bäuerlicher Wirtschaften entstand, umfaßte ursprünglich 2200 Morgen. 1874 wurde es mit der Landgemeinde Marienfelde vereinigt. Oekonomierat Adolf Kiepert war ein überaus tüchtiger Landwirt und in späteren Jahren als der „alte Kiepert“ eine populäre Persönlichkeit im Kreise Teltow. Max v. Eyth, der Begründer der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft, lernte ihn im Teltowschen Kreisverein kennen und in seiner echt märkischen Eigenart und Fähigkeit hoch schätzen. In fast 50jähriger rastloser Tätigkeit hat Adolf Kiepert bis zu seinem Tode im Jahre 1892 das Rittergut Marienfelde zu einer Musterwirtschaft entwickelt. In den letzten Jahrzehnten ist es durch Einzelverkäufe mehrfach verkleinert worden. Das Rittergut zeichnet sich überwiegend durch guten Boden aus und mit seiner Aufteilung in Siedlungen wird am Rande Groß-Berlins eine weitere Pflegstätte märkischer Landwirtschaft ihrem ursprünglichen Zweck im Dienste der Volksernährung entzogen. | ||||
Quelle |
Berliner Börsen-Zeitung Nr. 170, 12. April 1929 | ||||
Publikation |
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Kategorie 1 |
Presse | Kategorie 2 |
Gutshof | geändert |
2026-09-24 |